Hier sind alle zusammengetrommelt: die Konsumentin Angela, die Mittelsfrau Daniela, der Redner Dr. Rauf, die Journalistin Eva. Eine spezielle Zusammenkunft. Angela, der Name trügt, denn wie ein
Engel ist weder ihr Verhalten, noch ihr Aussehen, sitzt in der Mitte und wirkt gelassen. Sie scheint selbstbewusst und als hätte sie alles im Griff. Ihr Erscheinungsbild suggeriert der
Betrachterin, dass sie gesund lebt: Keine Schminke, fehlende Frisur, die Chemie verlangt. Sie ist nicht zu dick, oder unnatürlich abgemagert. Das haselnussbraune, dünn gesäte Haar hängt ihr wie
Spaghetti knapp zu den Schultern.
Daniela behält Angela ständig im Auge. Sie hat das Auftreten einer klassischen Hippiefrau. Weite, bequeme Leinenkleidung, Speck um die Hüften. Gewelltes, grau–blondes Haar hat sie lose
zusammengebunden, sodass Strähnchen ihre fahle Haut umspielen. Ihr Gesichtsausdruck ist suchend und fragend, ihre Sehwerkzeuge huschen flink von rechts nach links. Der Doktor, angeblich der
Medizin, trägt ein Hawaiihemd, hat die Sonnenbrille in seinem sonnengebleichten Haar, lässt seine ausgebleichte Beinbehaarung unter den bunten Shorts hervorstechen. Sein breites, künstliches
Grinsen ist dazu da, sein Gesundheitsimage so wertaufgeladen wie möglich zu verkaufen. Er lehnt lässig am Rand des Speise- und Veranstaltungssaales in einem Ohrensessel. Ein Fuss liegt auf dem
Knie des zweiten Beines. Unbeteiligt hat er von seinem Eck aus einen Überblick über den gesamten Raum.
Eva trägt einen klassischen, mittelklassigen Hosenanzug: Anthrazit mit weisser Bluse. Ihr Haar ist streng nach hinten gebunden. Dezente Nude-Schminke, schmucklos, aalglatt. Sie schaut sich
aufmerksam um. Keine Haarsträhne würde es dabei wagen, ein bisschen aus dem Pferdeschwanz hervorzublitzen. Dem Blond war mit Wasserstoffsträhnchen nachgeholfen worden. Sie sitzt auf einem Stuhl
am Tisch. Es sieht aus, als wäre sie bereit. Zum Essen nicht. Sie hält nichts davon, was der eng geschnürte Gürtel um ihre äusserst dünne Taille beweist.
Angela zupft an ihrem langärmligen Leinenshirt mit Batikmuster. Sie fährt sich in die, dazu passende, weizenbeige Hose von gleichem Stoff, um ein Schächtelchen hervorzukramen. Mit nach vorne
gerecktem Kinn und einer Selbstverständlichkeit steckt sie sich einige, daraus hervorgekramte Vitaminpillen in den Mund, um sie mit dem bereitgestellten Wasser hinunterzuspülen. Sie kauft diese
Präparate seit 2 Jahren regelmässig. Dabei gibt sie ein Fünftel ihres Gehaltes aus, da diese Produkte exakt 9,5 Mal mehr kosten als im Handel.
Das spielt vielen in die Hände, denn Daniela lebt genauso davon, wie die Person vor ihr, die sie einst angeworben hatte. Die Yachten der Vorstände und CEOs gilt es ebenso zu finanzieren. Der
Doktor hält seine Vorträge nicht gratis. Mit dem Assistenzarztstress ist er nicht klargekommen, war in der Vergangenheit mit einem blauen Auge davongekommen, indem er die Ausgabe von falschen
Medikamenten vertuschte. Seine Verschleierungsgabe und Überredungskunst hatte er schliesslich genützt, ...
Die vollständige Geschichte findest Du hier:
Virtueller Hut: Du förderts so die Schreibkunst:
https://www.buymeacoffee.com/QBurg
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